EEG abgelaufen – was nun?

Das Umweltbundesamt veröffentlicht Gutachten zum Weiterbetrieb von Photovoltaik-Anlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung

Es ist nicht mehr lange hin, bis Anfang nächsten Jahres die ersten Photovoltaik-Anlagen aus der EEG-Förderung fallen werden und damit die gesetzliche Einspeisevergütung endet. Spätestens dann stellt sich die Frage, wie es mit dem Betrieb dieser PV-Anlagen weiter geht.

Ein vollständiger Eigenverbrauch des dann weiter erzeugten Solarstroms wird nur in den seltensten Fällen möglich sein. Die meisten Anlagen werden deshalb auch künftig den erzeugten Strom zumindest in Teilen oder auch vollständig ins Netz einspeisen müssen. Unter den gegebenen Bedingungen ist das jedoch nicht wirtschaftlich, wie nun eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt.

Die aktuell noch gültige Regelung des EEG bietet als einzige Möglichkeit zur Stromeinspeisung nach dem EEG-Förderende die sonstige Direktvermarktung. Den Wechsel hierzu müssen die Anlagenbetreiber von sich aus vornehmen. Unterbleibt dies, verliert der Anlagenbetreiber das Recht auf Netzeinspeisung. Wenn man den Strom dennoch ungeregelt einspeist, könnte der Netzbetreiber unter Umständen Schadensersatz- oder Unterlassungsansprüche geltend machen.

Ob sich die sonstige Direktvermarktung gem. EEG für die Anlagenbetreiber lohnt, hängt von einigen Faktoren ab. Zum einen vom Marktwert des eingespeisten Stroms. Das UBA geht hier von 4,5 Cent pro Kilowattstunde aus. Der zweite Faktor sind die Kosten der Direktvermarktung. Diese ergeben sich aus den Vermarktungsentgelten, die Kosten für die Fernsteuerbarkeit der Anlagen (was bei Direktvermarktung Pflicht ist) sowie die Kosten für die Leistungsmessung (Viertelstundenmessung).

Das UBA kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Kosten in vielen Fällen höher liegen werden, als der zu erzielende Marktwert. Das gilt besonders für kleine Anlagen. Der Grund: Die gesamten Vermarktungskosten müssen auf eine geringe Strommenge umgelegt werden. Hierbei steigen die Kosten pro erzeugte Kilowattstunde.  müssen. Zwischen 2021 und 2024 sind hiervon rd. 60% der Anlagenbetroffen, welche eine Leistung von weniger als zehn Kilowatt haben.

Die Problematik, die sich hierbei ergibt: Gelingt es nicht, den erzeugten Stroms selbst zu verbrauchen, bleibt zu befürchten, dass die Besitzer der Anlagen den Weiterbetrieb in Frage stellen – oder  den nicht selbst verbrauchten Strom abregeln. Beide Optionen stehen aber im Widerspruch zu den Zielen der Energiewende.

Das Gutachten des UBA empfiehlt daher, als vereinfachte Abnahmeregelung den Marktwert ohne Abschläge durchzuleiten. Das könnte durchaus für Anlagen bis 100 Kilowatt innerhalb des EEG umgesetzt werden. Ein solcher Anspruch stünde lt. Gutachten auch im Einklang mit den hierfür maßgeblichen Vorgaben der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU sowie der Strombinnenmarkt-Verordnung. Allerdings weist das Gutachten darauf hin, dass eine gewisse Restunsicherheit besteht, da die Umwelt- und Energiebeihilfeleitlinien eine Weiterförderung – hier in Form der durch die Letztverbraucher getragenen Vermarktungskosten – nach Ablauf des ursprünglichen Förderzeitraums eigentlich nicht vorsehen. Letztlich müsse die EU-Kommission darüber entscheiden.

In dem Gutachten wurden auch andere Möglichkeiten einer vereinfachten Abnahmeregelung für Strom aus den betroffenen Anlagen untersucht, die unter Umständen eine wirtschaftliche Netzeinspeisung ermöglichen könnten, z.B.: eine feste Vergütung oberhalb des Photovoltaik-Marktwerts.

Auch technisch gibt es gerade bei kleineren Anlagen weitere Möglichkeiten, ohne auf eine weiterführende Einspeisevergütung abzielen zu müssen.

  • Speichersysteme können eine Autarkie von bis zu 80% ermöglichen
  • Plugin-Hybrid-Fahrzeuge können ebenfalls als Speicher dienen
  • mit direktem Gleichstrom können Heizpatronen betrieben werden, z.B. für einen Pufferspeicher

Den betroffenen Anlagenbetreibern wird daher dringend empfohlen, sich rechtzeitig über einen Weiterbetrieb ihrer PV-Anlage Gedanken zu machen.